Kurzbeschreibung
Madita liebt Julia. Aber vergeblich. Fanni wartet auf Elisabeth. Schon viel zu lange. Greta jagt nach dem Glück. Doch wohin? Jo schaut in den Spiegel und sieht nur noch Anne. Es sind vier Freundinnen, die man sich unterschiedlicher nicht vorstellen kann. Nur in der Liebe, da ähneln sie sich: Sie verlieren den Boden unter den Füßen. Eines Abends dann ein Experiment: ein stockfinsteres Restaurant, in dem nichts zu sehen ist, nur zu riechen, zu schmecken, zu hören, zu tasten
Ein Roman, der die Alltäglichkeiten der Liebe als Schlachtfeld zeigt, auf dem nur gewinnen kann, wer mit sich selbst eins ist.
Leseprobe
Jos sattes Brummen links. Ein flapsiger Spruch zum schnellen Sex am Nachmittag. Kernige Worte über etwas, das Jo jetzt schnurren lässt wie eine sentimentale Katze. Annes perlendes Lachen im Raum ohne Licht, das keine Frage darüber offen lässt, ob die beiden ihre Krise überwunden haben. Die Gefahr überwunden und die Möglichkeit genutzt, die darin lag. Umgeben von Paaren, denkt Greta weiter. Umgeben von glückseliger Zweisamkeit, die ihr in ihrem eigenen verstohlenen Schweigen mit einem Mal irgendwie unsympathisch ist. Sonja fällt ihr ein. Ihr letztes Treffen im Frühjahr. Sie versucht sich vorzustellen, Sonja säße neben ihr und taste im Dunkel nach ihrer Hand. Sie wäre eine, die fortwährend den Kontakt zu ihr hielte und selbstverständlich nicht vergessen würde, dass sie da ist. Vielleicht würde auch Babs gerne hier sitzen. Oder Flin. Womöglich sogar auch er. Wer weiß das schon. Im Grunde hat sie sie alle nicht danach gefragt, hat im vorhinein alle Fragen dieser Art im Keim erstickt. Greta im Dunkel. Greta, nicht da für die andren. Greta allein. Die andren als Paare. Greta, die plötzlich aufspringen und hinausrennen will. Die trotzdem sitzen bleibt, mühsam beherrscht. Weil sie es immer so getan hat: Dableiben, aushalten, bis alles vorüber ist, und kurz darauf schon wieder drüber lachen. Dieses überraschende Aufkommen von Panik bedrückt sie, presst sie nieder. Weil sie weiß, es steckt mehr dahinter. Weil es wirklich nicht Sonja ist, die sie vermisst. Nur irgendeine, die nicht vergessen würde, dass da Greta ist im Dunkel. Auch wenn sie schweigt. Auch wenn sie schon seit Minuten kein Wort, keinen Ton, kein Räuspern mehr getan hat. Die Speise auf ihrem Teller, dessen Muster sie nicht kennt, vielleicht ist er einfach weiß, oder schwarz, oder so hässlich, dass er in einem andren Restaurant längst aussortiert worden wäre, die Speise auf diesem nicht erkannten Teller wird kalt.
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Taschenbuch: 287 Seiten Verlag: Piper; Auflage: 3 (Januar 2004) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3492239579 ISBN-13: 978-3492239578 Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,8 cm |
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