Kurzbeschreibung

Kontaktanzeigen und andere Versuchungen ... Emma hat eine langjährige Beziehung hinter sich und ist hoffnungslos in ihre Chat-Bekanntschaft Frauke verliebt. Leider ist die jedoch schon vergeben. Statt sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen, pflegt sie ein eher ungewöhnliches Hobby: Sie besichtigt jedes Wochenende Wohnungen, obwohl sie eigentlich gar nicht umziehen will. Dabei trifft sie Lu wieder, ihre verhasste Schulkameradin und Nachbarin aus der Jugendzeit. Als Emma sich schließlich auf eine witzige Kontaktanzeige im In-Blättchen der Stadt meldet, ahnt sie nicht, was dieser Schritt nach sich ziehen wird ...

Leseprobe

Emma will über ihre unglückliche Liebe Frauke hinwegkommen. Was hilft da besser als ein spleeniges Hobby: Wohnungsbesichtigungen!

Als sie in einem fremden Hausflur über ihre Teenager-Feindin Lucy stolpert, will sie das zunächst möglichst rasch wieder vergessen. Doch Lucy lässt nicht locker und prompt bricht der längst vergessene Konkurrenzkampf wieder aus. Nur hat sich in der Zwischenzeit einiges verändert. Das wird Emma spätestens klar als sie zufällig sieht wie Lucy eine Frau küsst....

(...)

„Genauso verrückt ist, dass wir uns nach fünfzehn Jahren wiedertreffen und jetzt hier gemeinsam in der Disco stehen“, gebe ich zurück. „Du hättest mir auch vors Schienbein treten und sagen können, dass du mit mir nichts mehr zu tun haben willst, nachdem ich mich nicht mehr gemeldet habe.“

Als ich es ausgesprochen habe, durchfährt mich ein eisiger Schreck. Bin ich von allen guten Geistern verlassen? Wie kann ich dieses heikle Thema ausgerechnet jetzt und hier anschneiden?

Lu lächelt geheimnisvoll, zuckt die Achseln und sagt: „Ich hol uns mal was zu trinken. Was möchtest du?“

„Cola“, antworte ich perplex.

Sie reagiert gar nicht! Sie sagt nichts. Sie guckt nicht grimmig. Sie tut so als sei meine siebzehnjährige Abfuhr ein kleines Kavaliersdelikt.

„Übrigens toll, dass du auf mir gehört hast!“, brüllt Lu und ihre Augen glühen wie zwei Kohlebecken.

„Mich“, korrigiere ich automatisch.

„Meinetwegen“, erwidert sie gutmütig.

„Was genau meinst du denn? Wobei habe ich denn auf dich gehört?“

„Du trägst Blau. Ich hab dir doch gesagt, dass dir das super steht, oder?“ Sie wendet sich um, grinst noch einmal frech über die Schulter und schiebt sich durch die Menge davon.

Unverschämt.

Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein.

Wie kann eine nur derart von sich eingenommen sein?!

Als ob ich nach fünfzehn Jahren totalem Linksliegenlassen plötzlich eine derartig hohe Meinung davon hätte, was Lu an mir schön oder nicht schön findet, dass sie mich tatsächlich beeinflussen könnte in meiner Kleiderwahl!

`Ich weiß schon lange, dass Blau mir gut steht!´, will ich ihr hinterher schreien. `Armin hat das nämlich auch gesagt. Abgesehen davon, steht mir alles gut, weil ich nämlich schön bin! Und außerdem hab ich das nur angezogen, damit Frauke mich die ganze Zeit bewundernd anstarren muss!´

Natürlich rufe ich nichts davon über die Köpfe von etlichen Frauen hinweg, sondern klappe meinen vor Empörung aufgesperrten Mund lieber wieder zu.

Genau im richtigen Augenblick, denn eine Sekunde später, erscheint ein Gesicht in meinem Blickfeld, dem ich nicht gerne mit aufgesperrten Kiefern begegnen möchte.

„Hi, Emma.“ Ich kann Fraukes Worte eher an ihren Lippen ablesen als dass ich sie verstehen kann.

(...)

Taschenbuch: 299 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 2., Aufl. (April 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404154800
ISBN-13: 978-3404154807
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 2,2 cm