Kurzbeschreibung
Michelin und Angela sind seit einem Jahr ein glückliches Paar. Der Altersunterschied zwischen ihnen störte bisher niemanden - doch das ändert sich, als Michelin offenbart, was ihr in ihrem Leben noch fehlt: ein Baby! Angela, bereits mit einer erwachsenen Tochter geschlagen, sträubt sich mit Händen und Füßen gegen diesen Plan. Auch die Freundinnen aus der Szene begegnen dem Kinderwunsch mit sehr gemischten Gefühlen. Und schließlich stellt sich ja auch die Frage: Wie soll das gehen, mit dem Kind - wenn kein Mann im Spiel ist?
Leseprobe
Armin lacht nervös. Dann senkt er die Stimme. "Daniel und ich haben uns die letzten Tage fast ununterbrochen gestritten."
Ich behalte für mich, dass ich das für eine schlechte Voraussetzung für zwei werdende Väter halte.
"Und was ist dabei heraus gekommen?", frage ich.
"Wir können es nicht machen", presst Armin heraus.
Mein Herz, das gerade noch so aufgeregt den Angriffs-Rhythmus des blanken Überlebens im Dschungel trommelte, steht plötzlich still.
"Michelin?", flüstert Frauke von gegenüber und sieht mich mit großen Augen fragend an. Ich deute ihre Zeichen als ein Angebot zur ersten Hilfe. Vielleicht mache ich grad den Eindruck als bräuchte ich eine Mund-zu-Mund-Beatmung. Hektisch schüttele ich den Kopf.
"Michelin?", sagt dann auch Armin. "Das ist jetzt wahrscheinlich ein ganz schöner Schock für dich, oder?"
Natürlich. Ich sollte doch jetzt geschockt sein. Soeben entgleitet mir die Erfüllung eines Herzenswunsches, der ich mich schon so nah gewähnt hatte.
Ich nehme an, ich bin so geschockt, dass ich nicht einmal merke, dass ich geschockt bin.
"Und wie", sage ich vorsichtshalber. "Hat es ..." Ich muss kurz innehalten. Spüre, wie mir das Begreifen des gerade Ausgesprochenen die Luft zum Atmen nimmt. "Hat es irgendwas mit mir zu tun?"
"Aber nein!", sagt Armin. Nein, wirklich nicht! Wir finden dich beide sehr nett. Nicht nur nett. Ich meine ... wenn wir uns so etwas überhaupt vorstellen könnten, dann wärest du bestimmt unsere Traumkandidatin. Du wärest ganz sicher die ideale Mutter, ehrlich ... ach, Mensch, es tut mir wirklich unglaublich Leid. Aber nachdem wir uns vor dem `Yellow´ getrennt haben, haben wir natürlich über nichts anderes geredet. Wir waren uns so einig in allem. Darin, dass ihr das Sorgerecht haben sollt. Darin, wie oft wir das Kind bei uns haben wollen. Sogar dass wir euch auch gern finanziell ein bisschen unterstützen wollen. Was wir uns so ausmalen und wünschen und hoffen und ... alles schien so perfekt. Doch dann stellte sich plötzlich raus, dass wir über einen Punkt noch gar nicht gesprochen hatten: Wer von uns beiden wäre der Vater?"
Ich lausche seinen Worten nach.
Von irgendwo, aus einem der Winkel meines beinahe gelähmten Hirns, kommt ein Argument geflogen.
"Das ist doch gleich", sage ich rasch, fast bittend. "Dadurch, dass es keine eingetragene Vaterschaft gibt, ist es vollkommen egal, wer von euch der leibliche Vater wäre. Genau wie Angela und ich für unser Kind Eltern wären ..."
"Da gibt es aber doch einen Unterschied!", unterbricht mich Armin.
Ich kann ihm nicht mal widersprechen. Es gibt natürlich einen Unterschied.
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Broschiert: 315 Seiten Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (April 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3404156633 ISBN-13: 978-3404156634 Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 2,6 cm |
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